
Prof. Dr. med. Oliver Rühmann |
Dr. med. Thomas Berndt |
Gelenkchirurgie
Die angebotene moderne Gelenkchirurgie umfasst die gesamte Palette der operativen Versorgung zur Behandlung von Binnenschäden und Kapsel-Band-Läsionen. Dazu gehören neben arthroskopischen und offenen Eingriffen an allen Gelenken (Schulter, Ellbogen, Hand, Hüfte, Knie, Sprunggelenk und Fuß), Achsenkorrekturen und der endoprothetische Gelenkersatz.
Am Kniegelenk erfolgt die Behandlung von Meniskusschäden (Teilentfernung, Naht), Knorpelschäden (Mikrofrakturierung, Verpflanzung von Knorpel-Knochenzylindern) in den meisten Fällen arthroskopisch. Mit der Arthroskopie des Hüftgelenks steht ein modernes nicht überall angewendetes Verfahren zur Verfügung mit dem viele Hüfterkrankungen (Risse der Gelenklippe, Läsionen des Hüftkopfbands, Knorpelschäden, freie Gelenkkörper, femoroacetabuläres Impingement) ebenfalls ohne größeren Schnitt behandelt werden können.
Bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß (Arthrose) aber teilweise auch bei Frakturen wird ein endoprothetischer Gelenkersatz (künstliches Gelenk) der Hüfte und dem Knie durchgeführt. Dabei kommen auf den individuellen Bedarf abgestimmt verschiedene Prothesenmodelle zum Einsatz. Insbesondere für jüngere Patienten, bei denen ein künstlicher Hüftgelenkersatz erforderlich ist, werden beispielsweise Kopfkappen und Kurzschaftprothesen implantiert, um bei dem Eingriff so knochenschonend wie möglich vorzugehen. Die beidseitigen Prothesenimplantationen an Hüfte und Knie in einer Operation / Narkose gehören ebenso zu den angewandten Standardverfahren der Klinik wie Wechseloperationen bei Prothesenlockerungen oder anderen mechanischen Problemen.
Schulterchirurgie
Es wird das gesamte Spektrum der Schulterchirurgie angeboten, wobei dieses Spezialgebiet der Klinik mit jährlich über 800 Operationen einen überregional bekannten Schwerpunkt darstellt. Alle Unfallverletzungen der Schulterregion, angefangen bei den Brüchen des Oberarmkopfs über Gelenkverrenkungen bis zu den Sehnen- und Bandrissen werden falls notwendig in offener ansonsten wenn immer möglich in geschlossener minimal-invasiver Technik (arthroskopisch) versorgt. Bei chronischen Verschleißschäden am Schultergelenk, z.B. dem Impingementsyndrom, wendet das Klinikum Agnes Karll schon seit über 20 Jahren die Arthroskopie zur Behandlung an. Jahrelange Erfahrungen bestehen auch mit dem künstlichen Gelenkersatz der Schulter (Endoprothese) sowohl bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß als auch bei bestimmten Bruchformen. Die Palette der individuell abgestimmten Versorgung umfasst hier den Ersatz des Oberarmkopfs durch Kappen- und Schaftprothesen mit oder ohne gleichzeitigen Ersatz der Gelenkpfanne, sowie Spezialprothesen bei ausgedehnten Knochen- und Weichteildefekten. Jährlich werden ca. 100 Schulterendoprothesen implantiert.
Unfallchirurgie
Die wichtigste Aufgabe der Abteilung für Unfallchirurgie ist die Behandlung und Wiederherstellung unfallverletzter Patienten, die uns üblicherweise als Notfälle erreichen und in der interdisziplinären Notfallambulanz rund um die Uhr behandelt oder stationär aufgenommen werden. Dafür stehen im Haus alle modernen Untersuchungsverfahren (z.B. Ultraschall, Computertomographie, Kernspintomographie) zur Verfügung. Die Behandlung von Knochenbrüchen findet unter Verwendung aktueller Implantate und Osteosyntheseverfahren statt. Hierdurch wird in den meisten Fällen eine Versorgung erreicht, die es auch älteren Patienten erlaubt, sofort nach den Operationen die verletzte Extremität wieder einzusetzen, also z.B. wieder zu laufen. Durch die enge Kooperation mit Rehabilitationskliniken und ambulanten Pflegediensten wird die Weiterversorgung aller Patienten lückenlos gewährleistet. Es besteht die Zulassung zur Behandlung von Arbeitsunfällen (Berufsgenossenschaftliches Heilverfahren, D-Arzt-Zulassung) und hier insbesondere auch zur Versorgung besonders schwieriger Fälle (Verletztenartenverfahren).
Sportmedizin
Die Versorgung von Sportlern erfolgt in enger Kooperation mit dem im Klinikum Agnes Karll ansässigen Sportmedizinischen Zentrum (An-Institut der Medizinischen Hochschule Hannover). Hierdurch wird ermöglicht, dass alle niedersächsichen Kaderathleten einer zügigen sportorthopädisch-traumatologischen Untersuchung und Behandlung zugeführt werden. Der Chefarzt und der leitende Arzt verfügen über ausgewiesene Erfahrungen in der Behandlung von Sportlern und führen die Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Es erfolgt eine intensive Betreuung von Leistungssportlern, so stellt die Klinik u. a. den Mannschaftsarzt für die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft und die Sledge-Hockey-Nationalmannschaft.